EINE WELT STEHT KOPF

KÜNSTLERIN / FOTOGRAFIN: EMMA HOFMANN 
MODEL: EVA BECKER 
UNTERSTÜTZT DURCH: EVA BECKER & DANA ROTHMUND

Kontrolle heißt die Oberhand zu haben. Es heißt aktiv zu beeinflussen. Die Kontrolle haben heißt Grenzen zu überwinden. Es heißt Dinge miteinander zu vereinen, die nicht miteinander zu vereinbar scheinen. Es bedeutet aber auch tiefes Vertrauen, in das was man tut und wozu man fähig ist.

Daher habe ich mich für die Fotografie entschieden und dazu die Kontrolle über den Prozess und das Endprodukt meiner Arbeit zu übernehmen. Ich wollte die Kontrolle übernehmen, doch manche Dinge lassen sich weder kontrollieren, noch beeinflussen. Auch wenn es nach außen den Anschein macht, als würde alles still stehen und man ist allem einen Schritt voraus, so ist das nicht immer die ganze Wahrheit.

Kontrolle wird oft mit Macht in Verbindung gebracht. Die Macht zu haben scheint so endgültig zu sein. Doch wenn man hinter die Fassade blickt, merkt man, dass Kontrolle kein endgültiger Zustand ist. Es ist ein ständiger BALANCEAKT. Denn es reicht einen Faktor dieses Balanceaktes nicht zu beachten und DIE GANZE WELT STEHT KOPF.

Die Grundlage für Kontrolle ist Vertrauen. Vertrauen in sich, in seine Fähigkeiten, aber auch Vertrauen in Dinge, so wie der Stuhl im Bild. Dieses Vertrauen kann, jedoch leicht auf die Probe gestellt werden, wenn man Dinge zusammen bringt, die normaler Weise nicht aufeinander treffen. Dann heißt es Dinge zu kontrollieren und auf seinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Auf einem Stuhl zu sitzen, stellt für die meisten keine Herausforderung dar. Und es scheint erst recht nicht etwas zu sein, was uns Mühe bringen würde zu kontrollieren. Doch nimmt man nun das Element der Akrobatik mit hinzu, eröffnet sich eine ganz neue Welt. Es stellt sich eine neue Perspektive dar, die einen vielleicht die Kontrolle über seinen eigenen Körper, für einen kurzen Moment, in Frage stellen lässt.

Ist der Punkt des Zweifels jedoch überwunden, kommt man gestärkt hervor. Nicht nur dadurch, dass man Kontrolle über sich und den Gegenstand gewonnen hat, sondern auch dadurch, dass man den Horizont seiner Welt, in Bezug auf Vertrauen in sich selbst, erweitern kann.

Doch was bleibt am Ende?

Es bleibt das Wissen und die Gewissheit fähig zu sein. Fähig zu sein sich und andere zu kontrollieren, dadurch das man sich und andern vertraut. Es geht also weniger um Kontrolle vs. Vertrauen, als um Kontrolle durch Vertrauen.